Manchmal hängt dieses Führungsversprechen sogar als großes Plakat im Flur.
Und trotzdem erleben Menschen im Arbeitsalltag etwas ganz anderes.
Zwischen Anspruch und Realität kann eine erstaunlich große Lücke liegen. Und die schafft nicht unbedingt Vertrauen. Manchmal macht sie erst sichtbar, wie wenig davon tatsächlich vorhanden ist.
Vertrauen entsteht nicht durch gute Absichten
Ein Führungsleitbild kann ein sinnvoller Ausgangspunkt sein. Es macht deutlich, welche Art von Führung wir uns wünschen.
Aber entscheidend ist nicht, was wir uns vornehmen. Entscheidend ist, was andere davon erleben.
Vertrauen entsteht durch Erfahrungen. Durch Gespräche, Entscheidungen und den täglichen Umgang miteinander.
Besonders in Veränderungs- und Krisensituationen zeigt sich, wie tragfähig dieses Vertrauen tatsächlich ist. Denn gerade dann brauchen wir Menschen, die offen kommunizieren, Probleme ansprechen und bereit sind, Verantwortung zu übernehmen.
Führungsverhalten zeigt sich im Alltag
Ob Mitarbeitende ihrer Führungskraft vertrauen, entscheidet sich vermutlich seltener in einem Strategieworkshop als im ganz normalen Arbeitsalltag.
Werden Absprachen eingehalten?
Sind Informationen verständlich und rechtzeitig?
Werden Menschen sinnvoll in Entscheidungen einbezogen?
Und gibt es wirklich Raum für ihre Impulse?
Vielleicht sollten wir deshalb weniger darüber sprechen, welche Führungsqualitäten wir besitzen möchten.
Und häufiger darüber, welche Erfahrungen andere tatsächlich mit uns machen.
Denn eine Vertrauenskultur entsteht nicht dadurch, dass wir sie beschließen. Sie entwickelt sich aus dem, was Menschen miteinander erleben.
Die Frage zum Weiterdenken
Wie erleben meine Mitarbeitenden eigentlich meine Führung – und woran merke ich das?
Über den Autor
Torsten Adamski ist Organisations- und Team-Entwickler bei der Holism GmbH und begleitet Teams und Führungskräfte in Veränderungsprozessen.