Impulse
Überlastungsstolz
Immer viel zu tun, ständig gefragt, permanent am Limit – und irgendwie auch ein bisschen stolz darauf. Warum Überlastung Teil unserer Selbsterzählung werden kann und Veränderung manchmal mit einer neuen Geschichte über uns selbst beginnt.
Immer am Limit und seltsam stolz darauf.
„Gerade ist einfach wahnsinnig viel.“
Ein Satz, den wahrscheinlich viele von uns regelmäßig sagen.
Spannend wird er, wenn „gerade“ bereits seit zwei Jahren anhält.
Wir wünschen uns Ruhe, mehr Freiheit, weniger Termine und endlich wieder Zeit für die wirklich wichtigen Dinge. Gleichzeitig erzählen wir erstaunlich gerne davon, wie viel wir zu tun haben, wie voll unser Kalender ist und was ohne uns vermutlich alles liegen bleiben würde.
Beschäftigung kann eben auch Bedeutung geben. Gebraucht zu werden fühlt sich gut an. Das gibt Sicherheit. Und manchmal wird dauerhafte Überlastung unbemerkt ein Teil unserer Selbsterzählung.
Vielleicht lohnt es sich deshalb, hin und wieder zu überprüfen, wie viel unserer Überlastung wir eigentlich noch selbst steuern und wie viel davon bereits durch unsere eigene Erzählung gesteuert wird.
Denn genau in dieser Selbsterzählung liegt ein Schlüssel für Veränderung.
Erfährt unsere Selbsterzählung ein Update, hätten wir vielleicht die Chance, mal wieder auf etwas anderes stolz zu sein.